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Das Gebäude: Die Neue Residenz

Blick vom Domkranz auf die Neue Residenz mit der Staatsbibliothek im Ostflügel.
Gang vor dem Lesesaal der Staatsbibliothek, rechts historische Fensterbilder (16.-17. Jh.) aus der Sammlung Josef Hellers.
Einer der beiden erhaltenen fürstbischöflichen Archivräume (Ende 18. Jh.), heute einer der historischen Schauräume der Staatsbibliothek.
Raum der Dominikanerbibliothek, benannt nach den Wandregalen, die bis zur Säkularisation in der Bibliothek des Bamberger Dominikanerklosters angebracht waren.

Die Staatsbibliothek Bamberg belegt überwiegend den Ostflügel der barocken Neuen Residenz, die Johann Leonhard Dientzenhofer 1697-1703 für Lothar Franz von Schönborn (reg. 1693-1729), Kurfürst von Mainz und Bamberger Fürstbischof, schuf. In diesem Gebäudetrakt befand sich ursprünglich die fürstbischöfliche Verwaltung. Auf diese Funktion gehen zwei Archivräume zurück, die noch mit den originalen Regalen und Archivtruhen bestückt sind und im Rahmen von Sonderführungen besichtigt werden können.

Zu den nicht allgemein zugänglichen Schauräumen der Bibliothek gehören auch die sogenannten Dominikanerräume, deren Name sich von ihrer Ausstattung mit den Bücherregalen des Bamberger Dominikanerklosters ableitet, das während der Säkularisation aufgelöst wurde.

Einer der Dominikanerräume beherbergt die rund 12.000 Bände umfassende Büchersammlung des wittelsbacher Herzogs Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken (reg. 1775-1795), deren einheitliche Rokoko-Einbände ein Musterbeispiel für eine repräsentative Fürstenbibliothek des 18. Jahrhunderts darstellen.

Zu den internen Räumlichkeiten der Staatsbibliothek gehört auch der Vierzehnheiligenpavillion im dritten Obergeschoss, der dem Fürstbischof als Bibliothekssaal diente und dessen Wände 1843 mit Scheinmalereien im pompeianischen Stil verziert wurden. Außerdem hier zu nennen ist der ehemalige Weinkeller unter dem Lesesaal, der seit 1978 als Kompaktmagazin genutzt wird.

Allgemein zugänglich hingegen ist die Eingangshalle. Dort werden kulturgeschichtlich wertvolle Glasgemälde des 16. und 17. Jahrhunderts präsentiert, deren Besitz die Bibliothek einem ihrer Förderer, dem Kunsthistoriker und Sammler Joseph Heller, verdankt. Original sind allerdings nur die eingelegten Bildmotive, das umgebende Trägerglas stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Computer in der Eingangshalle bieten die Möglichkeit, virtuell in zahlreichen Prachthandschriften aus der Zeit um 1000 nach Christus zu blättern, darunter auch in der „Bamberger Apokalypse“, deren Originalhandschrift sich in der Staatsbibliothek Bamberg befindet.

Von der Eingangshalle aus gelangt man in den Lesesaal. Dieser besteht aus dem ursprünglichen Audienzraum und dem ehemaligen Sommersaal des Fürstbischofs, die Balthasar Neumann 1731 durch Umgestaltung der Trennwand zu einem dreifachen Bogendurchbruch zusammenlegte. Der Lesesaal bietet einen faszinierenden Blick auf den Rosengarten, dessen Anlage ebenfalls auf Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn zurückgeht.

Während der mehrmals jährlich stattfindenden Sonderausstellungen der Staatsbibliothek können auch das Sterngewölbe und der ehemalige Gartensaal der Neuen Residenz besichtigt werden. Die Wände des Gartensaals sind mit Stuckmarmor und blaugrünen Dekorelementen in Scagliolatechnik geschmückt, das Deckengemälde zeigt unter anderem Apoll auf dem Sonnenwagen und den Sturz des Phaëton.

Der Rosengarten der Neuen Residenz

Der Rosengarten der Neuen Residenz (V Bt 7).

Unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn wurde die vorhandene Burgmauer mit einer Balustrade und den balkonartigen Vorbauten verziert. Die derzeitige Mauer zwischen dem Hof und dem Garten wurde 1703 errichtet.

Zu einer regelmäßig-symmetrischen Planung des Gartens kam es indessen erst 1733 unter Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn nach Plänen Balthasar Neumanns. Der Rosengarten wurde auf seinen heutigen Umfang vergrößert und das gesamte Gartenareal auf ein einheitliches Niveau gebracht. Das damals angelegte axiale System von Wegen, geometrischen Beetformen und Rondellen hat sich im wesentlichen bis heute erhalten.

Unter Fürstbischof Franz Konrad von Stadion und Tannhausen erfolgte die Errichtung des Gartenpavillons, der 1757 fertiggestellt wurde. Hier ist heute das Gartencafé untergebracht. Im Winter 1760/61 fertigte der Bamberger Hofbildhauer Ferdinand Tietz die Skulpturen für den Rosengarten. Einige dieser Skulpturen sind heute verschollen, die übrigen wurden 1913 und 1929 durch Kopien ersetzt.